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Uhren im Wandel der Zeit - Die Armbanduhr ist mehr als eine am Arm zu tragende Uhr

Der Taschenuhr erwächst aus ihrer eigenen Weiterentwicklung ein ernsthafter Konkurrent. Die ersten Armbanduhren können ihre Verwandtschaft zur Taschenuhr nicht verleugnen. Ob rund oder oval, so waren es doch angelötete, bügelförmige Bandanstöße die es möglich machten die Uhr am Arm zu befestigen.

Wie bei allen Neuheiten, so war auch die Armbanduhr anfangs vielfach umstritten und hatte ihre Gegner. Der weitere Verlauf der Geschichte zeigt jedoch, dass die Armbanduhr auf einem unvergleichlichen Siegeszug war und ist. Sie wurde zu einem Gattungsbegriff unter dem sich vielerlei Zeitmessgeräte verbinden lassen, denn Armbanduhr ist nicht gleich Armbanduhr.

Die Erfindung des Kronenaufzugs sowie die Unruhwelle liegen noch im Bereich der vorigen Jahrhunderte, sind aber die Basis für eine konsequente Weiterentwicklung für Gehäuseformen und Uhrwerke. Parallel dazu geht die industrielle Weiterentwicklung und somit war der Weg zur preisgünstigen Massenproduktion geebnet. Der marktgerechte Preis wiederum machte es erst möglich, dass die Armbanduhr auf ihren Erfolgsweg zum "Volks-Chronometer" kam.

Noch waren diese Uhren sehr anfällig gegen äußerliche Einwirkungen, wie z. B. Stoß, Wasser und auch Staub. Im weiteren Verlauf ihrer Konstruktionsgeschichte konnten diese Schwachstellen natürlich ausgeräumt werden. der Benutzerkreis weitete sich zusehends aus und stellte damit auch weitere Anforderungen. Die Herstellerfirmen mussten sich diesen Ansprüchen stellen, wollten sie auf dem heiß umkämpften Markt mit beteiligt sein. Es galt also den potentiellen Kundenkreis zu finden und die entsprechenden Modelle zu entwickeln. Hierbei war weniger die Mode, als die Funktionalität gefragt.

Die Entwicklung dünnerer Werke und Gehäuse ermöglichte ein sicheres Tragen und auch ein unauffälliges Ablesen der Uhr.

Diese Anforderungen kamen von Seiten des Sports, der arbeitenden Bevölkerung und sehr stark auch vom Militär. Eine Uhr die wasserdicht, staubdicht und stoßgesichert ist kann in jeder Lebenssituation eingesetzt werden und ist weiterhin zuverlässig. So wurden während des 1. Weltkrieges kriegsspezifische Chronometer entwickelt, die mit Lederkapseln oder Schutzgitter versehen waren und somit typische "Schützengraben-Uhren" genannt wurden. In den Bereich der militärischen Erfordernisse fiel auch die Entwicklung der Radium-Zeiger und -zifferblätter, deren radioaktive Leuchtkraft selbst in der Nacht das Ablesen der Uhr möglich machte. Sogar eine Armbanduhr mit eingebautem Kompass ist bekannt geworden.

Es zeichnete sich die Erkenntnis ab, dass die Armbanduhr von den so genannten Herrenuhren zur Jedermann-Uhr geworden war. Sie hatte ihre Vorstufe, die Taschenuhr, überwunden und war von da an für alle weiteren Erfindungen offen.

Autor: Sandra Müller
Mail:   sandra[at]ekonzept.org
Datum: 11.04.2008
 
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